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Berichte Anlässe 2018

7.6.2018 - Vereinsreise
Bericht: Unterhalb der Fotos

Bericht Vereinsreise nach Rikon und an den Rheinfall
Am Donnerstag 7. Juni 2018 wartete bereits der schöne Post-Bus der Firma Tschannen aus Zofingen und wie immer mit Daniel Zeller an Bord. Conny Berweger konnte 44 reiselustige Damen empfangen und eigentlich sollte der Car um 7 Uhr starten, aber die Präsidentin hatte Verspätung und möchte hierbei nicht namentlich erwähnt werden, sie schreibt nur den Bericht! Kurzum, nachdem sie im Eilspurt um die Ecke rannte, durfte der Chauffeur um 7.10 Uhr losfahren.

Wie immer waren die Teilnehmerinnen ahnungslos, wohin die Reise führen würde, Conny hielt  dicht.

Das gelbe Postauto fiel angenehm auf an diesem grauen Morgen, zuerst im Surbtal, dann auch im Wehntal. Bei Regensdorf spurte Daniel Zeller auf die Autobahn in Richtung Osten. Während Conny mit Hilfe den von der Firma Tschannen gesponserten Kaffee und Gipfeli verteilte, herrschte fröhliches Geplauder. Die Frage, in welchem Kanton man eigentlich war, war berechtigt. Da tauchte ein Firmen-Schild auf: Der Car fuhr auf den Vorplatz der Firma Kuhn-Rikon.

Während zwei Stunden erfuhren die interessierten Frauen alles über diese Firma, die seit über 90 Jahren ansässig an dieser Stelle. Heinrich Kuhn erwarb das Firmengelände und baute an diesem unspektakulären Ort ein Familien-Imperium auf. An dieser Führung ging es durch das firmeneigene Museum wie dann auch durch die Produktionshallen. So erfuhren die Frauen, welcher der Gebrüder Kuhn den berühmten Duromatic-Dampfkochtopf erfand und wo diese Töpfe nach welchem Prinzip hergestellt werden. Viele Nationen sind in der Firma beschäftigt, darunter auch Tibeter. Die Firma spielte bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus Tibet wie auch beim Aufbau des Tibet-Institut in Rikon eine wichtige Rolle. Nach der Führung durfte der Einkauf im Fabrik-Lädeli natürlich nicht fehlen.

 Das Wetter zeigte sich noch immer nicht von seiner besten Seite, aber immerhin hielten sich die Regentropfen zurück. Schliesslich setzte der Car die Reise fort, weiterhin durch unbekannte Täler und Ortschaften. Der eine oder andere Magen knurrte. Da war man gespannt, an welchem Ort die gedeckten Tische warteten.

Auf wilder Höhe mit Blick übers Toggenburg parkte der Car direkt vor dem Restaurant-Käserei Berghof in Ganterschwil SG und in hungriger Erwartung füllten die Damen den Saal. Feine Älplermagronen mit Salat und Fruchtsalat mit Vanille-Glacé wurden serviert und natürlich sehr genossen. Da der Wirt zugleich auch als Käser wirkte, durften hier ein paar «Chäs-Möcke» den Besitzer wechseln. Mit drei riesigen Kuhglocken gab das Wirtepaar während der Kaffeerunde auch gleich das Geläut des Alpaufzugs zum Besten und erfreuten die anwesenden Gäste mit den schönen Klängen. Da konnte man gut nachvollziehen, wieso der Schellen-Ursli sich absolut nicht damit abfinden wollte, mit einem kleinen Glöcklein bei den Feierlichkeiten aufzutauchen und alles daransetzte, mit einer grossen Kuhglocke am Alpaufzug mitzuwirken.

Nach dem Mittagessen ging es hurtig weiter und die Sonne blinzelte freundlich zwischen den Wolken hervor. Bald sah man schon von oben die schöne Brücke über den Rhein bei Schaffhausen. Daniel Zeller stimmte das Munot-Lied an und einige summten fröhlich mit. Es ging zwar nicht auf den Munot sondern nach Neuhausen am Rheinfall

Ein netter, junger, fröhlicher Mann harrte am Ufer mit seinem Rundfahrboot aus und lud die Gäste aus dem Aargau ein, sich gemütlich auf die bequemen Bänke zu setzen.  Den Rheinfall so aus der Ferne zu sehen, das konnte jeder,aber sich davon anspritzen zu lassen und dann noch eine kleine Tour durch das idyllische Rheintal unter den Bug zu nehmen, das liess sich doch sehen!

Die Frauen waren begeistert und knipsten aus allen Positionen, die das Boot zuliess! Dieser imposante Felsen machte aus der Nähe unglaublich Eindruck wie auch diese Wassermassen, die an diesem Tag in die Tiefe prasselten. Nachdem der Bootsführer das Becken ein-, zwei- nein gleich dreimal durchfahren hatte, dümpelte er gemütlich den Rhein abwärts in die Stille und fern von allen Touristen. Die Sonne zeigte sich von der schönsten Seite und bräunte die entspannten Gesichter. Am Ufer des sich nun schlängelnden Flusses entdeckten die Frauen  eine Bisamratte und sogar ein paar  Schildkröten, die vor einigen Jahren an diesem idyllischen Ort ausgesetzt worden waren.

Unterwegs beim Kraftwerk Rheinau mussten die Frauen ein paar Schritte zu Fuss gehen, galt es doch das Boot auf einer Schiene am Kraftwerk vorbei zu schleusen und langsam wieder ins Flussbett einzulassen. Technisch vielleicht nicht sehr instruiert, aber fasziniert beobachteten die Frauen, wie der Rumpf des Bootes auf Kommando angehoben und über Schienen auf das tiefere Niveau gefahren wurde. Was man nicht alles erleben konnte auf einer Frauenbundreise.

Da tauchte auch schon die Skyline von Rheinau auf und erlaubte einen ersten Blick auf die aussergewöhnlichen Turmspitzen der ehemaligen Benediktiner-Abtei. Aussergewöhnlich darum, weil die Dächer von Drachen umrandet wurden und als Wasserspeier dienten. Noch etwas rheinaufwärts bei der Magdalenenkapelle hielt der Bootskapitän an und wollte von den Anwesenden wissen, auf welcher Seite nun Deutschland sei? Die Sonne schien von rechts, dann musste Süden klar vor den staunenden Frauen liegen, aber ……. Wieso befindet sich Deutschland im Süden von der Schweiz aus gesehen? Die geografisch-logische Erklärung liegt auf der Hand oder auf der Landkarte! Der Rhein umspielt mit seinem Flusslauf das Schweizerländle wie von Hand gemalt.

Während das Reiseboot sich langsam dem Ufer näherte, konnte man von Weitem bereits Daniel Zeller in seinem gelben Hemd entdecken, wie er auf dem Rollstuhl mit dem angedockten Swiss-Track an die Anlegestelle peilte. Das gab ein Gelächter! Aber so fand Marie-Louise ihren Fahruntersatz wieder, musste sie doch in Neuhausen darauf vertrauen, dass der Bootsführer sein Werk wirklich verstand.

Eigentlich wollten die Frauen noch einen Blick in die Abtei werfen, aber leider fanden sie die Pforten verschlossen, schliesslich war es bereits nach 17 Uhr. So galt es, für das leibliche Wohl einen Gasthof im Schatten zu suchen und ein kühlendes Getränk zu ordern.

Um 19:30 fuhr der Postauto-Car um den Monti-Kreisel in Döttingen. Mit lauten «Ti Ta To» zog er dabei wieder einmal viel Aufmerksamkeit auf sich und brachte dann die müde, aber sehr zufriedene Frauenschar zurück nach Kleindöttingen!

(Patricia Dal Monte)